Das war die Benchy-Wette
Bis 03.03.2026 sollten in Lübeck 333 Benchy-Boote entstehen – als Aktion gegen Einsamkeit. Das Jugendnetzwerk lambda::nord und der Lübecker Jugendring hatten uns herausgefordert und gewettet, dass wir keine 333 Benchys bis Anfang März drucken können.
Die Benchy-Wette ist vorbei und wir haben es geschafft
Zugegeben, es war nicht sehr schwierig, die Zahl von 333 Booten zu drucken.Und doch hat uns die selbst gestellte Aufgabe, Vielfalt, Buntheit und Variationen zu schaffen, ziemlich gefordert.
Am Ende sind es bis zum Stichtag, dem 3. März 2026, fast 400 Boote geworden. Wir bedanken uns bei allen, die teilgenommen haben. Makerinnen und Maker aus unserem FabLab Lübeck, Gäste und Teilnehmende von Workshops sowie Freunde und Bekannte haben alles gegeben. Ein Beitrag hat uns sogar per Päckchen aus Schweden erreicht.
Es hat gutgetan, gemeinschaftlich für eine gute Sache zu arbeiten und unser Fachwissen, unsere Kreativität und unseren Maschinenpark dafür zu nutzen. Wir haben damit ein Zeichen gesetzt und gezeigt, dass Gemeinschaft nicht nur Spaß macht, sondern auch bessere Ergebnisse erzielt.
Wir sind gespannt, welche Herausforderungen uns in den kommenden Monaten noch erreichen werden.
Lübecker FRIENDship-Projekt für mehr Freundschaften
Warum 333 Boote? In Lübeck haben vor 3 Jahren ca. 33.300 junge Menschen unter 18 Jahren gelebt, die in der offenen Kinder- und Jugendarbeit dabei unterstützt wurden, Freund:innen fürs Leben zu finden. Daher die Idee hinter #Friend🚤HL (das „Ship“ im Hashtag haben wir echt gefeiert): Junge Menschen in Lübeck sollen leichter Anschluss finden, Gemeinschaft erleben, weniger allein sein.
Unsere Crew war on fire und druckte auf allen FDM- und SLA-Druckern. Danke an dieser Stelle an Alle für Euren Einsatz.
Die zweite Runde Benchys
vom OpenLab letzten Freitag zeigt erste Downloads und Entwürfe von unseren Prusa FDM-Druckern MK 3.4, MK 4 und XL.
Gallery:
Für alle, die bisher nur Bahnhof oder „Hafen“ verstehen
Was ist eigentlich ein „Benchy“?
„Benchy“ meint in der Regel die #3DBenchy, ein kleines Schlepper-Boot, das 2015 als Benchmark-/Testmodell für 3D-Drucker veröffentlicht wurde.
Es ist so konstruiert, dass es in einem einzigen Druck viele typische Druckthemen sichtbar macht: Überhänge, Brücken, Rundungen, kleine Details, Schriften und Maßhaltigkeit.
Der besondere Charme: Du hast am Ende kein abstraktes Testteil, sondern ein Objekt, das jede Person sofort versteht – und das sich sehr gut vergleichen lässt („Dein Bug ist sauberer, aber meine Fenster sind besser – und wo ist eigentlich dein Dach?“). Genau deshalb ist es weltweit so beliebt geworden.
Weil Benchy zwei Leben hat:
- Als Standard-Benchmark: Ein gemeinsamer Referenzpunkt. Wenn alle dasselbe Boot drucken, lassen sich Drucker, Settings und Materialien vergleichbar machen.
- Als Creative Playground: Genau weil Benchy so ikonisch ist, gibt es unzählige Varianten: Multi-Part/Multi-Color-Versionen, übertriebene Größen, witzige Umbauten, funktionale Adaptionen – bis hin zu Remix-Contests.
Wichtig für alle, die direkt starten wollen: Die #3DBenchy steht unter CC0/Public Domain – Du darfst sie also frei nutzen, verändern, remixen und veröffentlichen.
333 Benchys sind keine Herausforderung, oder doch?
Stimmt schon: Es sollen eine Menge produziert werden. Aber in unserem Raum voller 3D-Drucker brauchen wir bei durchschnittlicher Benchy-Größe nur netto 13,5 Stunden. Doch es geht nicht um die Produktionszeit. Die Wette ist keine Challenge, sondern der Startschuss für eine gemeinsame Aktion gegen Einsamkeit.
Mehr als Boote aus (Mais-)Kunststoff
Für die Aktion gegen Einsamkeit ist das Benchy perfekt: Wir drucken nicht nur „Boote“. Wir bauen eine Flotte – bunt, vielfältig, so unterschiedlich wie Lübeck. Das Wort Boot bedeutet für uns:
Das ist nicht kitschig. Naja, vielleicht ein bisschen ☺️. Das ist aber auch unsere Makerspace-Realität: Menschen kommen wegen eines Projekts und erhalten Input, Hilfestellung, Maschinen und Werkzeuge (plus 1000 weitere Ideen) – und kommen vielleicht wieder.
Die echte Challenge: Neue „Benchy-Kreationen“
Wir wollten die Wette nicht nur „erfüllen“, sondern gestalten. Deshalb entwickelten wir im FabLab Lübeck zusätzliche Benchy-Varianten und Special Editions – und wir luden alle Maker:innen in Lübeck ein:
- Reiche Dein eigenes Benchy-Design ein (Remix, neu modelliert, thematisch, lokal, humorvoll)
- oder komm zum gemeinsamen Konstruktions- und Druckabend und drucke im Austausch mit anderen.
Hauptsache: Du bist Teil der Aktion.
Die eigentliche Aktion: 333 Boote für ein Miteinander
lambda::nord und der Jugendring setzen auf Humor, Competition und öffentliche Sichtbarkeit. Genau das macht die Aktion stark: Sie ist leicht zu verstehen, niedrigschwellig und sie bringt Menschen in Bewegung.
Nicht „die Profis drucken für die Stadt“, sondern: Die Menschen der Stadt drucken für alle.